Giant Rooks – Chapels

Seit gestern ist endlich der Zeitplan für das diesjährige Haldern-Pop-Festival online und wie schon befürchtet, habe ich die die größte Überschneidung direkt am Donnerstag. Sehen wie die Rad Trads ins Horn stoßen und This Is The Kit in der Dorfkirche zusammen mit dem Stargaze-Ensemble bezaubert, wird wohl nicht entspannt möglich sein. Erst recht nicht, wenn zusätzlich noch bekannt gegeben wurde, dass außerdem noch das Hammer Quintett Giant Rooks (die Band kommt aus Hamm) zeitgleich spielen soll. Hört euch den Song „Chapels“ an und ihr wisst, warum mir die Donnerstags-Entscheidung jetzt noch schwerer fällt. Es brauchte nur dieses Lied, um zu sagen: Danke für diese zusätzliche Band, aber warum wird dann ihr Auftritt in dem winzigen Tonstudio verschenkt? Das ist schon sehr schade.

Die Newcomer Giant Rooks (bisher ist nur eine 4-Song-EP erhältlich) werden zurzeit als die deutsche Indie-Band gefeiert und Sänger Frederik mit seiner großartigen Stimme kann sich problemlos neben Henning von AnnenMayKantereit einreihen. Tja, im Moment tendiere ich bezüglich des Festival-Donnerstags tatsächlich zu Giant Rooks.

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Fil Bo Riva – Like Eye Did

Karten hatte ich noch keine besorgt, dennoch wollte ich schon am Samstag in Köln beim weltweit ersten Kopfhörerfestival vorbeischauen. Bis zu 3.000 Musikbegeisterte wollten die Macher der Silent-Concerts-Reihe „At The B-Sites“ in den Jugendpark in Köln-Deutz einladen. Doch dann wurde das Festival vorgestern kurzfristig abgesagt. Das direkt am Rhein gelegende Gelände ist vom Hochwasser betroffen, so dass die Stadt dem Veranstalter die Genehmigung entzogen hat. Eine Ausweich-Location und auch ein Ausweich-Termin kam nicht infrage, so dass das erste Silent-Festival der Welt auf 2017 verschoben werden musste. Dabei hatte ich mich gerade auf Fil Bo Riva gefreut. Obwohl er aus Rom stammt, klingt seine Musik so gar nicht nach Ramazzotti und Zucchero. „Like Eye Did“ geht dank der grandiosen Stimme des Songwriters und der Dynamik des Songs sofort ins Ohr. Das macht direkt Lust auf mehr. Auch wenn er jetzt am Wochenende nicht mehr nach Köln kommt, sein Name bleibt trotzdem vorgemerkt. Im Sommer erscheint seine erste EP.

Moby – My Weakness

Anlässlich der heute Abend laufenden letzten Episode der 10. Staffel von „Akte X“, geht es mit dem heutigen Video in den Dezember 2000. Damals strahlte ProSieben Staffel 7 der Mystery-Hitserie aus und am Ende der Folge „Sternenlicht“ hörte ich Mobys Song „My Weakness“ in einer sehr emotionalen Szene. Fox Mulders Suche nach seiner Schwester Samantha wurde zu einem Ende geführt, und seitdem verbinde ich diesen Song mit der Serie. Da ich das Album „Play“ schon im Regal stehen hatte, kannte ich „My Weakness“, wie die Single „Honey“ mochte ich den Song allerdings anfangs wenig. Irgendwann änderte sich das und so hat für mich der Moby-Song bis heute nichts von seiner Kraft durch diese wunderbare mystische Stimmung (weshalb er perfekt in „Akte X“ eingesetzt wurde) verloren.

OK Go – Upside Down & Inside Out

Die US-Band OK Go ist seit nunmehr 10 Jahren bekannt für ihre lustigen und einfallsreichen One-Shot-Musikvideos. 2006 fing alles mit 8 Laufbändern und einer spaßigen Choreografie, wobei sie den Song „Here It Goes Again“ in dieser Form sogar live spielten. Seitdem sind die One-Shot-Clips das Markenzeichen von OK Go und der Ideenreichtum scheint kein Ende zu nehmen, denn in jedem Video gibt es neue lustige Einfälle. So hatte dann jemand zur neuesten Single die Idee: „Wieso drehen wir nicht mal ein One-Shot-Video in Schwerelosigkeit?“ Und sie haben es tatsächlich getan! Der neue Song nennt sich – passenderweise – „Upside Down & Inside Out“, er könnte aber auch einfach „Völlig lösgelöst“ heißen.

„There are no wires or green screen“, heißt es direkt am Anfang des Clips. Man sieht die 4 Bandmitglieder, zwei artistisch begabte Flugbegleiterinnen und eine kunterbunte Party in der Schwerelosigkeit während eines Parabelfluges. Der Flug wurde mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines durchgeführt. Jetzt könnte man natürlich angesichts der Länge des Songs von über 3 Minuten meinen: Moment, in einem Parabelflieger ist man doch nur für 20 Sekunden schwerelos. Ganz richtig, und auch dieses zeitliche Problem hat die Band ebenfalls berücksichtigt, damit das ganze One-Shot-Musikvideo in völliger Schwerelosigkeit spielt. Näheres dazu wird hier erläutert und einen tollen Blick hinter die Kulissen des Drehs bekommt man hier. Wenn man weiß, dass der finale Videodreh während eines 45-minütigen Fluges (inkl. 8 schwerelosen Parabeln) stattgefunden hat, hat man schon eine Ahnung davon, wieviel Anstrengung allein das Training und die Vorbereitung gekostet hat. Schließlich musste alles auf die Sekunde mit den schwerelosen Perioden getimt werden, so dass nach der Nachbearbeitung keine Schnitte mehr zu sehen sind.

Other Lives – 2 Pyramids

Other Lives‘ aktuelles Album „Rituals“ ist verglichen mit dem großartigen Vorgänger „Tamer Animals“ leider kein großer Wurf geworden. Jesse, John und Josh haben den ursprünglichen getragenen und atmosphärischen Folk in einen orchestralen Dream-Pop-Sound verwandelt. Schön atmosphärisch klingt das immer noch, aber statt Akustikgitarren und dynamische Rhythmen gibt’s nun Beats aus der Dose und austauschbare Songs. Der Tiefgang fehlt hier leider, so dass die Songs meist einfach dahinplätschern. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und so sind neben dem waschechten Ohrwurm „2 Pyramids“ noch Songs wie „Pattern“, „Need A Line“ und „It’s Not Magic“ als Anspieltipps zu nennen. Auch wenn „Rituals“ nicht die Qualität des Vorgängers erreicht, sollte man sich Other Lives außerdem unbedingt mal live ansehen.

Meursault – Settling

Obwohl ich seit vielen, vielen Jahren ein begeisterter Musikentdecker und außerdem ein langjähriger Blogger bin, habe ich mich bis jetzt nie so richtig als Musik-Blogger betätigt. Der erste Song dieses Video-Blogs ist zugleich der Impulsgeber von www.HörtMalRein.de. Im Besonderen sprach mich daraus gestern die Zeile „And like a new song … I can feel it in my lungs“ direkt an und nun steht sie oben zusammen mit dem Blog-Titel. Meursault war eine schottische Band, die von 2006 bis 2014 bestand. In den Songs vermischten sie gekonnt Folk und Rock und so besticht ihr Ohrwurm „Settling“ ebenfalls aus leisen und zugleich rockigen Passagen; die Band bezeichnete ihre Richtung selbst als „epic lo-fi“. Meursault habe ich im Oktober 2012 in Köln gesehen, 3 Monate zuvor entstand in ihrer Heimatstadt Edinburgh die oben gezeigte Aufnahme. „Settling“ wird mich mit Sicherheit noch eine Weile begleiten.